Neufundländer
Auf einen Blick
- Auf einen Blick: Der Neufundländer ist ein sanfter Riese aus Kanada: ein wasserbegeisterter Bärenhund mit legendärem Gutmut, der als Familienhund glänzt, aber Platz, Fellpflege und Toleranz gegenüber Sabber und Haaren verlangt.
- ⚖️ Gewicht: 50–70 kg
- 📏 Schulterhöhe: 63–74 cm
- ⏳ Lebenserwartung: 8–10 Jahre
- 🏷️ FCI-Gruppe: 2. Pinscher, Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde
- 🌍 Herkunft: Kanada (Neufundland)
- 🧶 Fell: lang, Schwarz, Braun, Weiß-Schwarz
- 🐕🦺 Bewegungsbedarf: mittel
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Halsbänder
Größe XL
| Halsumfang | Größe |
|---|---|
| 39-64 cm | XL |
Unter der dichten Halsmähne des Neufundländers verschwindet ein schmales Band vollständig: XL in breiter, stabiler Ausführung verteilt den Druck und bleibt auffindbar. Die Weite regelmäßig prüfen, denn das Fellvolumen ändert sich mit dem Fellwechsel deutlich.
Hundebademantel
4 Größen: L Long · XL Short · XL · XXL
| Bauchumfang | Halsumfang | Rückenlänge | Größe |
|---|---|---|---|
| 40–100 cm | max. 68 cm | 65 cm | L Long |
| 45–105 cm | max. 75 cm | 70 cm | XL Short |
| 45–105 cm | max. 75 cm | 75 cm | XL |
| 40–110 cm | max. 85 cm | 80 cm | XXL |
Für den passionierten Schwimmer ist der Bademantel fast Grundausstattung: Die dichte Unterwolle speichert nach dem Schwimmen literweise Wasser. XL als größte Größe nimmt einen Großteil der Nässe auf und schützt Auto und Haus vor dem legendären Neufundländer-Schüttelregen.
Hundebetten
Größe XL
| Gewicht | Größe |
|---|---|
| 50-70 kg | XL |
Ein orthopädisches Bett in XL mit druckentlastendem Kern schont Hüften und Ellbogen des schweren Hundes und beugt Liegeschwielen vor. Kühlende, atmungsaktive Materialien sind ideal, denn der dicht befellte Neufundländer sucht von sich aus kühle Liegeplätze.
Hundegeschirr
Größe XL
| Gewicht | Bauchumfang | Halsumfang | Größe |
|---|---|---|---|
| ab 49 kg | 80–122 cm | 45–79 cm | XL |
Der mächtige Brustkorb des Neufundländers verlangt Geschirrgröße XL mit breiten, gepolsterten Gurten und massiven Beschlägen. Das Geschirr muss unter dem dichten Fell exakt angepasst werden; für Zughunde- und Wasserarbeit gibt es spezielle Arbeitsgeschirre.
Hundemantel
4 Größen: L · L/XL · XL · XXL
| Bauchumfang | Rückenlänge | Kopfumfang | Größe |
|---|---|---|---|
| 75–95 cm | 65 cm | max. 65 cm | L |
| 75–104 cm | 70 cm | max. 68 cm | L/XL |
| 80–108 cm | 75 cm | max. 70 cm | XL |
| 85–115 cm | 80 cm | max. 75 cm | XXL |
Mit seinem wasserabweisenden Doppelfell braucht der Neufundländer keinen Wintermantel. Ein Hundemantel ist nur für geschorene, alte oder rekonvaleszente Hunde sinnvoll.
Leinen
2 Größen: L · mit Sicherheitskarabiner
| Gewicht | Größe |
|---|---|
| 50-70 kg | L |
| 50-70 kg | mit Sicherheitskarabiner |
Für den bis zu 70 kg schweren Riesen ist eine breite, reißfeste Leine in L mit massivem Karabiner Pflicht. Der Neufundländer zieht selten ruckartig, aber wenn, wirken enorme Kräfte; gute Grifflächen und nasses-Wetter-taugliches Material zahlen sich aus.
Reisekörbchen
Größe L
| Rückenlänge | Größe |
|---|---|
| 65-80 cm | L |
Ein ausgewachsener Neufundländer übersteigt jedes Reisekörbchen; LL passt nur für Welpen der ersten Monate. Erwachsene Hunde reisen im Kombi-Kofferraum auf einer strapazierfähigen, wasserfesten Autoschondecke oder in einer Sondergrößen-Box.
Das macht den Neufundländer aus
Aussehen
Der Neufundländer ist ein massiger, kraftvoller Hund von bärenhafter Erscheinung: Rüden erreichen im Schnitt 71 cm Widerristhöhe bei rund 68 kg, Hündinnen etwa 66 cm bei 54 kg; die Gesamtspanne reicht von 63 bis 74 cm und 50 bis 70 kg. Trotz seiner Masse wirkt der Hund nie schwerfällig, sondern harmonisch und in der Bewegung erstaunlich geschmeidig, mit leicht rollendem Gang.
Sein Körper ist für die Arbeit im kalten Wasser gebaut: Das doppelte Haarkleid besteht aus langem, öligem, wasserabweisendem Deckhaar über dichter Unterwolle, die Pfoten tragen ausgeprägte Schwimmhäute, und die kräftige, unten buschige Rute dient beim Schwimmen als Ruder. Zugelassene Farben sind Schwarz, Braun und Weiß-Schwarz; die weiß-schwarze Variante wird nach dem Maler Edwin Landseer auch Landseer-Zeichnung genannt, ist aber vom eigenständigen Landseer ECT zu unterscheiden.
Der Kopf ist breit und massig mit kurzem, klar geschnittenem Fang und kleinen, tief liegenden, dunkelbraunen Augen, deren sanfter Ausdruck das Wesen der Rasse spiegelt. Die kleinen Hängeohren liegen dicht am Kopf an. Leichte Lefzen bringen es mit sich, dass der Neufundländer sabbert, deutlich und regelmäßig; wer die Rasse wählt, wählt das Handtuch gleich mit.
Charakter
Kaum eine Rasse trägt den Titel „sanfter Riese“ so zu Recht wie der Neufundländer. Der Standard nennt Sanftmut ausdrücklich als Rassemerkmal, und tatsächlich gehört ein aggressiver Neufundländer zu den größten Ausnahmen. Seiner Familie gegenüber ist der Riese anhänglich, geduldig und ausgeglichen; mit Kindern zeigt er eine legendäre Toleranz, wobei seine Masse bei Kleinkindern trotzdem Aufsicht verlangt, ein freundlicher Rempler wirft einen Dreijährigen mühelos um.
Fremden begegnet der Neufundländer freundlich bis gleichgültig; als Wachhund arbeitet er weniger über Schärfe als über schiere Präsenz und einen tiefen, eindrucksvollen Beller im Ernstfall. Bekannt ist sein ausgeprägter Rettungsinstinkt: Viele Neufundländer versuchen instinktiv, Schwimmer ans Ufer zu „retten“, ob diese wollen oder nicht, ein Erbe aus Generationen der Wasserarbeit.
Die Erziehung des gutmütigen Riesen ist unkompliziert, verlangt aber frühe Konsequenz: Was ein 70-Kilo-Hund nicht gelernt hat, lässt sich später kaum körperlich korrigieren. Leinenführigkeit steht ganz oben auf dem Lehrplan. Der Neufundländer arbeitet gern mit seinen Menschen, liebt Wasserarbeit und Zughundeaufgaben und quittiert Härte mit stiller Verweigerung. Mit Artgenossen und Katzen ist er in aller Regel friedlich, Jagdtrieb spielt kaum eine Rolle.
Pflege & Haltung
Das üppige Doppelfell ist der größte Pflegeposten beim Neufundländer: Zwei- bis dreimal pro Woche gründliches Bürsten bis auf die Haut ist Pflicht, im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst täglich, dann fallen Unterwollmengen an, die kleine Kissen füllen könnten. Scheren ist tabu, das Deckhaar schützt vor Nässe, Kälte und Sonne. Ohren nach dem Schwimmen trocknen und wöchentlich kontrollieren, Krallen und Zähne regelmäßig prüfen; das Sabbern gehört zur Rasse und lässt sich nur mit Handtüchern managen.
Der Bewegungsbedarf ist moderater als die Größe vermuten lässt: Ausgedehnte, ruhige Spaziergänge von insgesamt anderthalb Stunden täglich genügen, ideal ergänzt durch das Element, für das die Rasse gebaut ist: Schwimmen ist das perfekte, gelenkschonende Training, und organisierte Wasserarbeit oder Zughundesport geben dem Arbeitshund eine echte Aufgabe. Jogging und Fahrradbegleitung sind dagegen ungeeignet, im Wachstum sind Treppen und Sprünge konsequent zu begrenzen.
Die Haltung braucht Platz: ein ebenerdiges Haus mit Garten, idealerweise mit Wasser in Reichweite; eine Etagenwohnung wird dem Riesen nicht gerecht. Hitze ist sein größter Feind, im Sommer verlegen sich Aktivitäten in kühle Stunden, Schatten und Wasser sind Pflicht. Gefüttert wird in mehreren Mahlzeiten mit Ruhe danach, um das Magendrehungsrisiko zu senken; die Ration bleibt streng kontrolliert, denn Übergewicht ruiniert die ohnehin belasteten Gelenke. Auch das Budget zählt zur Pflege: Futter, Zubehör und Tierarztkosten eines 60-Kilo-Hundes sind erheblich.
Gesundheit
Wie bei den meisten Riesenrassen ist die Lebenserwartung des Neufundländers mit 8 bis 10 Jahren begrenzt, gut gehaltene Hunde erreichen gelegentlich mehr. Die Gesundheitsthemen der Rasse sind klar benannt und bei der Züchterwahl überprüfbar.
An erster Stelle stehen die Gelenke: Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie sind verbreitet, seriöse Zuchten röntgen konsequent, und auch Kreuzbandrisse und Arthrosen treten unter der hohen Last häufiger auf. Ein rassespezifisches Thema ist die Zystinurie, eine erbliche Stoffwechselstörung, die zu Blasensteinen führt und per Gentest erkennbar ist. Am Herzen ist die Subaortenstenose (SAS) die wichtigste Erkrankung der Rasse; eine kardiologische Untersuchung der Elterntiere gehört deshalb zum Pflichtprogramm. Dazu kommen das Magendrehungsrisiko des tiefbrüstigen Körpers, gelegentliche Lidfehlstellungen wie Entropium und Ektropium sowie Hautprobleme unter der dichten Unterwolle, wenn das Fell verfilzt.
Halter beeinflussen viel: schlankes Gewicht, gelenkschonende Aufzucht, Schwimmen statt Stoßbelastung, Hitzeschutz und jährliche Vorsorge mit Herzcheck geben dem sanften Riesen die besten Jahre.
Geschichte
Die Heimat des Neufundländers ist die raue Atlantikinsel Neufundland vor der kanadischen Ostküste. Dort entwickelte sich aus den Hunden der Ureinwohner und den Schiffshunden europäischer Fischer, vermutlich auch portugiesischer Herkunft, ein kräftiger, wasserfester Arbeitshund. Er zog Netze und Leinen aus der eisigen See, schleppte Karren mit Fisch und Holz und rettete über Bord gegangene Männer, eine Arbeitsteilung, die Schwimmvermögen, Kraft und absolute Verlässlichkeit verlangte.
Britische Seeleute brachten die Hunde im 18. und 19. Jahrhundert nach Europa, wo die Rasse schnell Bewunderer fand: Lord Byron widmete seinem Neufundländer Boatswain ein berühmtes Grabgedicht, und der Maler Edwin Landseer verewigte die weiß-schwarzen Vertreter so oft, dass diese Zeichnung bis heute seinen Namen trägt. Zahlreiche dokumentierte Seenotrettungen machten den Hund zur Legende; die planmäßige Zucht begann in England, 1886 entstand dort der erste Rasseclub.
Die FCI führt den Neufundländer in Gruppe 2, das Patronat liegt bei Kanada. Bis heute arbeiten Neufundländer als Wasserrettungshunde, etwa bei italienischen und französischen Rettungsstaffeln, die mit ihnen sogar aus Hubschraubern ins Meer springen, das alte Erbe in modernster Form.
Kauf-Tipps
Beim Neufundländer entscheidet die Züchterwahl über Gelenke, Herz und damit über die gemeinsamen Jahre. Seriöse Züchter sind im Deutschen Neufundländer-Klub bzw. VDH organisiert und legen unaufgefordert vor: HD- und ED-Röntgenbefunde, kardiologische Untersuchung auf Subaortenstenose und Zystinurie-Gentest der Elterntiere. Ein Besuch zeigt souveräne, freundliche Elterntiere und Welpen, die im Haus mit Alltagsreizen aufwachsen. Preise liegen meist zwischen 1.800 und 2.500 Euro.
Kritisch prüfen sollte man Angebote mit „XXL-Neufundländern“ oder Sonderfarben: Extremzucht auf Masse geht zulasten von Gelenken und Herz. Vor dem Kauf gehört außerdem ein ehrlicher Kassensturz dazu, denn Futter, Versicherung, Zubehör in Sondergrößen und Tierarztkosten eines Riesen summieren sich über die Jahre erheblich; auch ein geeignetes Auto ist Teil der Anschaffung.
Die Neufundländer-Nothilfe vermittelt regelmäßig erwachsene Hunde, deren Wesen und Gesundheitszustand bekannt sind, für erfahrene Halter mit Platz eine wunderbare Alternative zum Welpen.
Fazit
Der Neufundländer passt zu Menschen mit Platz, Zeit und Liebe zu großen Hunden: Familien mit Haus und Garten, gern in Wassernähe, die einen sanften, geduldigen Gefährten suchen und keine sportlichen Höchstleistungen erwarten. Er belohnt sie mit legendärem Gutmut, tiefer Loyalität und einem einzigartigen Wesen zwischen Bär und Babysitter. Die Gegenrechnung ist ebenso klar: viel Fell, viel Sabber, hohe Kosten, moderate Lebenserwartung und ein Körper, der konsequente Gesundheitsvorsorge verlangt. Für Stadtwohnungen, ordnungsliebende Haushalte und Hitzeregionen ist die Rasse ungeeignet. Wer die Bedingungen erfüllt, gewinnt einen der liebenswertesten Hunde überhaupt.
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Quellen & Hinweise
Die Informationen auf dieser Seite wurden sorgfältig recherchiert und zusammengestellt. Unsere Quellen:
- FCI (Fédération Cynologique Internationale) — Offizielle Rassestandards und Klassifizierung
- VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) — Zuchtrichtlinien und Rasseporträts
- Veterinärmedizinische Fachliteratur — Gesundheitsinformationen und rassetypische Erkrankungen
- EMMY & PEPE Expertennetzwerk — Hundetrainer, Physiotherapeuten und Tierärzte aus unserem Partnernetzwerk
- Community-Erfahrungen — Bewertungen und Erfahrungsberichte unserer Kunden
Die Größenempfehlungen basieren auf Durchschnittswerten und können je nach individuellem Hund abweichen. Wir empfehlen, Ihren Hund vor dem Kauf zu messen. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt.
Zuletzt aktualisiert: 9. September 2026

