Der alternde Hund

Wenn der Hund zum Senior wird

Bei der Anschaffung eines Hundes denken die wenigsten Besitzer darüber nach, wie sich ihr Liebling im Laufe des Lebens verändern wird. Zu Beginn gilt es, einen Hund zu finden, welcher zu den eigenen Bedürfnissen passt. Viele Menschen denken jedoch nicht daran, dass sich das Verhalten und die Bedürfnisse des Hundes in seinem Leben ändern werden – nämlich, wenn er zum Seniorhund wird. 

Das Altern ist ein Prozess, welchen wir Hundebesitzer nur zu gerne aufhalten würden. Wir möchten uns keine Gedanken darüber machen, wie unser Hund alt wird. Dabei ist der alternde Hund ein ganz wichtiges Thema, denn wenn der Hund zum Senior wird, müssen wir uns plötzlich den Bedürfnissen unseres Vierbeiners anpassen. Klassische Alterssymptome und Verhaltensveränderungen gehören beim Hund, genauso wie bei uns Menschen, zum Leben dazu. 

In diesem Beitrag beantworten wir dir alle relevanten Fragen zu dem Thema Der alternde Hund: Wenn der Hund zum Senior wird, damit du deinen Hund in all seinen Lebensphasen bestens unterstützen kannst.

Wann ist ein Hund alt?

Wann ist ein Hund alt?

Eine definierte Jahreszahl, ab wann ein Hund als alt bezeichnet werden kann, gibt es leider nicht. Denn das hängt ganz von der Größe und dem Gewicht deines Hundes ab. Wann ein Hund als Seniorhund bezeichnet werden kann, ist also in der Regel individuell.
Allerdings haben viele Rassehunde eine geschätzte Lebenserwartung. Beispielsweise wird ein Jack Russell Terrier im Durchschnitt etwa 14 Jahre alt. Hier kann man davon ausgehen, dass der Hund mit etwa 7 Jahren wirklich zu altern beginnt. Zum Vergleich wird bei einer Deutschen Dogge mit einer Lebenserwartung von etwa 8 bis 10 Jahren gerechnet. Demnach beginnt der Altersprozess hier viel eher als bei dem Jack Russell Terrier, und es wird bereits mit etwa fünf Jahren von einem Seniorhund gesprochen.
Hilfreich: Viele typische Alterserscheinungen können jedoch auch ein Hinweis darauf sein, dass dein Hund nun eher zum alten Eisen gehört. Welche Alterserscheinungen sich bei Hunden zeigen, haben wir dir ausführlich unter dem Punkt Wie verändern sich Hunde im Alter? zusammengefasst. 
Bei vielen Hunden lässt sich auch äußerlich erkennen, dass der Altersprozess begonnen hat, beispielsweise durch eine immer weißer werdende Schnauze.

Wie verändern sich Hunde im Alter? 

Genauso wie wir Menschen auch, können Hunde den Prozess des Alterns nicht umgehen. Da unsere Hunde leider nicht mit uns reden können, ist es besonders wichtig, dass du dir bewusst bist, welche Veränderungen deinen Hund im Seniorenalter erwarten. 

In vielerlei Hinsicht altert ein Hund sehr ähnlich zu uns Menschen: Der Körper verändert sich und baut ab. Während wir Menschen graue Haare bekommen, werden die Schnauzen unserer Vierbeiner mit dem Alter immer weißer. Außerdem kommt es häufig zu:

Durch den Verschleiß kann es bei dem Hund zu einem verminderten Bewegungsdrang und weniger Energie kommen. Dein Hund wird ruhiger und langsamer, und braucht oft mehr Ruhepausen.

Im Alter sind Hunde anfälliger für (chronische) Krankheiten, da das Immunsystem schwächer wird und auch der Rest des Hundekörpers abbaut.

Die Zähne nutzen sich mit der Zeit ab, außerdem leiden viele Hunde unter Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und sich lockernde Zähne.

Im Alter können sich auch Fell und Haut verändern und zum Beispiel spröder oder fettig werden. Es können ebenso Pigmentflecken entstehen. Durch trockenere Haut entstehen häufiger Schuppen

Durch die abnehmende Energie neigen viele Seniorhunde zu Übergewicht.

Die Augen der Hunde können trüb werden, das Sichtfeld wird eingeschränkt, das Gehör lässt nach.

Durch Hormonschwankungen, möglicher Erkrankungen oder den Abbau von Muskulatur und Bindegewebe kann es bei einem Seniorhund zu Inkontinenz kommen.

Wie kann ich Symptome des Alterns meines Hundes vorbeugen?

Wie kann ich Symptome des Alterns meines Hundes vorbeugen?

Die Symptome des Alterns kann man in seltenen Fällen vorbeugen, allerdings können regelmäßige Kontrollen und bewusstes Beobachten zu einer frühen Diagnose führen. Da sich Veränderungen in den seltensten Fällen urplötzlich zeigen, sondern in der Regel ein schleichendes Aufkommen haben, hilft es besonders, die Fellnase regelmäßig bewusst zu beobachten und zur Kenntnis nehmen, wenn sich etwas in ihrem Verhalten ändert oder auffällig ist.

Hat sich mein Hund in letzter Zeit verändert? Trinkt er mehr oder weniger als sonst? Hat er auffällig häufig Durchfall oder weichen Kot? Hat sich sein Gangbild verändert? Wie sehen Haut, Fell und Zähne aus? Schläft mein Hund mehr als sonst?

Lasse deinen Vierbeiner regelmäßig von einem Tierarzt und einer Hundephysiotherapeutin untersuchen. Hier können Zahnprobleme oder Probleme im Bewegungsapparat festgestellt und rechtzeitig behandelt werden. 

Außerdem empfiehlt es sich, jährlich ein sogenanntes Geriatrieprofil von deinem Hund machen zu lassen. Hierbei handelt es sich im Grunde um ein großes Blutbild, bei welchem alle relevanten Organwerte überprüft werden. Hat zum Beispiel die Funktion der Leber im Alter nachgelassen, kann hier gegebenenfalls mit Tabletten nachgeholfen werden.

Sei deinem Hund eine Stütze. Wenn möglich, kümmere dich zum Beispiel regelmäßig um die Zahnpflege deines Hundes, und beuge so einigen Problemen vor. Natürlich ist gerade bei der Zahngesundheit nicht nur dies ein Faktor, auch unwillkürliche Faktoren wie die individuelle Speichelzusammensetzung können diese beeinflussen. 

Stelle mithilfe einer ausgebildeten Hundephysiotherapeutin und/oder Hundeosteopathin fest, ob dein Hund bereits Einschränkungen am Bewegungsapparat hat und lasse dir Übungen zeigen, welche du im Alltag mit deinem Hund durchführen kannst. Physiotherapie und Osteopathie tragen zu der Verbesserung, der Erhaltung und der Kräftigung der Beweglichkeit deines Hundes bei.

Wenn dein Hund zum Senior wird, solltest du rechtzeitig auf Seniorfutter umstellen. Dieses enthält mehr Ballaststoffe und dafür weniger Fett. Besonders wenn der alternde Hund weniger aktiv wird, empfiehlt sich also Seniorfutter.

Ergänzungsfutter kann in vielen Bereichen unterstützend für den Hund sein. So helfen zum Beispiel Bierhefeflocken bei trockener und schuppiger Haut. Hier ist jedoch auch zu empfehlen, einen ausgebildeten Ernährungsberater für Hunde zur Seite zu ziehen.

Wie verändert sich das Verhalten eines alten Hundes?

Der Körper eines alternden Hundes verändert sich. Diese Veränderung führt in der Regel auch zu einer Veränderung des Verhaltens, denn der Hund passt sich seinen neuen Gegebenheiten an. 

Der Verlust von Hör- oder Sehvermögen verunsichert viele Hunde. Daraufhin werden sie häufig anhänglicher, denn wo sie früher noch einfach hören konnten, ob ihr Besitzer das Haus oder nur den Raum verlassen hat, können sie das im Alter oft nicht mehr tun. Folglich stehen sie nun häufiger auf und verfolgen ihren Besitzer auf Schritt und Tritt.

Tipp: Hier kann ein Ruheort und ein trainiertes Ablegen für ein sicheres Gefühl deines Hundes beitragen. Außerdem kann es helfen, wenn nicht zu viel in deiner Wohnung und deinem Haus umgestellt wird, um Verwirrung eines schlecht sehenden Hundes zu vermeiden.

Diese Unsicherheit kann auch zu der Rückkehr alter Probleme führen. Zum Beispiel hat mein Rüde in jungen Jahren große Probleme mit dem allein bleiben gehabt. Nach viel Training war dies für viele Jahre kein großes Thema mehr bei uns. Mit fünfzehn ist das Problem jedoch wieder präsent.

Viele alte Hunde erfahren, wie ältere Menschen auch, eine Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Vielleicht hast du dich auch schon gefragt: Warum ist mein alter Hund nachts so unruhig? Womöglich liegt das daran, dass dein Hund am Tag zu viel Stress erfährt und nicht richtig zur Ruhe kommen kann. Durch den Stress werden Hormone wie Adrenalin ausgeschüttet, welche nachts dafür sorgen, dass dein Hund nicht schlafen kann. Da alte Hunde auch durch ihre veränderten Gegebenheiten Stress erfahren können, solltest du besonders darauf achten, dass auch solche Stressfaktoren minimiert werden. 

Alte Hunde brauchen mehr Ruhephasen. Das heißt, dass ein Senior mehr schläft, und oftmals antriebslos wirken kann. Auch beim Spazierengehen sind sie langsamer als früher, oder sie brauchen eine extra Einladung, um überhaupt ihren geliebten Schlafplatz zu verlassen.

Viele Hunde äußern Verhaltensveränderungen in Form von Sturheit oder Vergesslichkeit. Beispielsweise kann es dazu kommen, dass dein Hund vergisst, regelmäßig zu trinken oder zu fressen. Gerade in Bezug auf das Futter helfen Rituale, etwa eine Fütterung nach oder während jedem Spaziergang. 

Bestimmt hast du schon mal das Sprichwort “Einem alten Hund kannst du keine neuen Tricks beibringen” gehört. Ganz richtig ist dieses jedoch nicht. Im Alter lässt die Lernfähigkeit der Hunde zwar nach, unmöglich ist es jedoch nicht, einem alten Hund neue Dinge beizubringen.

Wie gestaltet sich der Alltag mit einem Seniorenhund?

Vielleicht hast du dich bereits gefragt, wie du deinem Hundesenioren den Alltag vereinfachst und dich am besten seinen neuen Bedürfnissen anpassen kannst.

Struktur, Routine und Rituale

Besonders alte Hunde profitieren von einer strukturierten Routine im Alltag, da diese ihnen Sicherheit und Komfort bietet.

Ruhephasen

Ruhephasen sollten immer individuell auf den Hund abgestimmt sein. Bei einem alternden Hund sind diese vor und nach und manchmal auch während aufregenden Aktivitäten jedoch essenziell.

Rücksichtnahme im Haus

Veränderungen sind für viele Seniorenhunde schwierig. Das Umstellen des Wohnzimmers kann bereits eine große Challenge für den alten Hund darstellen: steht das Sofa plötzlich nicht mehr da, wo es die letzten fünf Jahre gestanden hat, kann besonders ein Hund mit Sehbeeinträchtigung häufig ins Leere springen. Achte darauf, dass der Ruheplatz deines Hundes möglichst unberührt bleibt. 
Im Falle eines Umzugs kann es hilfreich sein, den Hund langsam an die neue Umgebung zu gewöhnen, und bekannte Lieblingsplätze gleich aufzustellen und ihnen einen festen Platz zuzuweisen. 

Meine eigenen Hunde habe ich während der Renovierung häufig mit in die neue Wohnung genommen und bin auch dort mit ihnen spazieren gegangen, damit die Umgebung nicht mehr so fremd ist.

Rücksichtname beim Gassi gehen

Spaziergänge mit dem Vierbeiner müssen im höheren Alter häufig dem Hund angepasst werden. Einigen Hunden hilft es, kürzere Spaziergänge zu machen, oder bei einem langen Spaziergang Pausen einzubauen. Ein alter Hund schnüffelt oftmals mehr, läuft langsamer und verschwindet gerne einfach mal im Gebüsch.

Viele ältere Hunde können für eine lange Zeit auch weiterhin große Runden laufen; nur eben in ihrem Tempo. Eine Strecke, die ihr in der Vergangenheit in einer Stunde geschafft hat, kann im Alter also auch mal das Doppelte an Zeit beanspruchen. Es gibt aber auch Hunde, welche lange Strecken nicht mehr meistern können. Ein kurzer, intensiver Ausflug ist hier genauso wertvoll wie ein langer. Besonders geistige Förderung, zum Beispiel in Form von Schnüffelarbeit, macht vielen Seniorhunden großen Spaß.

Du möchtest mehr zur mentalen Beschäftigung von Hunden erfahren? Entdecke hier unseren Blogbeitrag zu dem Thema: Beschäftigung für Hunde - Zwischen Auslastung und Ruhe. Mein eigener Hund hat mit fünfzehn Jahren gewisse Einschränkungen in seinen Seh- und Hörfähigkeiten. Im Freilauf verwechselt er mich gerne mal mit Spaziergängern, die gerade seinen Weg kreuzen, oder entscheidet sich für den Rückweg, wenn er mich nicht mehr orten kann. Hier habe ich schnell gelernt, dass er den Anschluss zu mir und meiner anderen Hündin keinesfalls verpassen darf. Hat er mich stets auf dem Radar, hat er auch im hohen Alter noch großen Spaß, gemächlich über die Wiesen zulaufen. 

Bei einem Hund mit abnehmendem Gehör, welcher aber weiterhin Spaß im Freilauf hat, kann ich außerdem eine Hundepfeife empfehlen. Diese hat eine viel höhere Frequenz als die menschliche Stimme, weswegen auch Hunde mit eingeschränktem Gehör diese noch wahrnehmen können. 

Ein stylisches, einzigartiges Pfeifenband findest du auch bei EMMY & Pepe.

Kopfarbeit und Training

Viele Hundebesitzer machen bei ihrem Seniorenhund den Fehler, ihn mit der Zeit zu unterfordern. Wo früher der Fokus auf körperlicher Auslastung war, ist dies im Alter natürlich nicht immer möglich. Besonders beim Spazieren gehen muss eine gesunde Balance gefunden werden, den Hund weder zu über- noch zu unterfordern. Besonders empfehlen lässt sich Folgendes: 

  • Intelligenzspielzeug 
  • Nasenarbeit, zum Beispiel mit Schnüffelteppichen, 
  • Leckerli-Suche (draußen und drinnen) oder Dummytraining 
  • Seniorensport, zum Beispiel Cavaletti-Training oder Hoopers

Was sind gute Alters- und Alltagshilfen für einen Seniorhund?

Eine Reihe von Hilfsmitteln können den Alltag deines Hundes, und somit auch deinen eigenen Alltag, um einiges vereinfachen.

Ein orthopädisches Hundebett schont die Gelenke und Knochen deines Hundes und sorgt für einen Gelenk-entlastenden Schlaf. Unsere Hundebetten von EMMY & PEPE, mit orthopädischem Zwei-Kammer-System sind dafür wie gemacht!

Mit erhöhten Futter- und Wassernäpfen schont dein Hund ebenfalls seine Gelenke und Muskeln.

Viele Hunde, welche unter Inkontinenz leiden, fühlen sich wohler, wenn sie eine Windel tragen. Inkontinenzmatten sorgen dafür, dass du den Schlafplatz deines Hundes nicht täglich neu beziehen musst.

Da alternde Hunde schneller frieren, kann ein Hundemantel bei niedrigen Temperaturen zu einem besseren Wohlbefinden des Vierbeiners führen. Auch nach einem Wassergang oder Regenschauer beginnen viele Seniorenhunde schnell zu frieren. Da können der Hundebademantel von EMMY & PEPE oder unsere Handtücher aus Baumbusfasern eine gute Unterstützung sein!

Kühlmatten schonen bei hohen Temperaturen das Herz-Kreislaufsystem. Eine Klimaanlage in der Wohnung wäre für einen Senioren natürlich Luxus. Jedoch muss auch hier darauf geachtet werden, dass der Hund nicht im Zug liegt. Durch sein schwächeres Immunsystem ist die Gefahr höher, dass er durch die Zugluft krank wird.

Da die Gelenke schwach werden und die Muskeln abbauen, haben viele Hunde im Alter Probleme über rutschigem Boden zu laufen. Hundesocken- oder Schuhe können hier Erleichterung schaffen. Alternativ können Teppiche, oder rutschfeste Badematten deinem Vierbeiner helfen

Ein GPS-Tracker kann nicht nur bei einem dementen Hund von Vorteil sein. Er bietet auch Besitzern von Hunden, welche schlechter sehen und hören, Sicherheit.

Ein Vibrationshalsband ermöglicht die Kommunikation zu einem blinden Hund.

Wenn du mit deinem Hund früher gerne Fahrrad gefahren bist, und dies auch im Alter deines Hundes nicht aufgeben möchtest, empfehlen sich Fahrradanhänger oder -körbe, um deinen Hund zu schonen. 

 Zusätzlich sorgt ein Hundewagen für eine verbesserte Mobilität. So kannst du weite Strecken mit deinem Hund laufen und neue Gegenden mit ihm erkunden, ihn jedoch gleichzeitig nicht überanstrengen, und ihm regelmäßig Ruhepausen bieten, ohne selbst anhalten zu müssen.

Um die Gelenke deines Hundes zu schonen, kann eine Einstiegshilfe für das Auto, das Sofa oder gar das Bett eine große Unterstützung sein.



Literaturempfehlung

Strodtbeck, Sophie und Bernd Schröder. Der alternde Hund. Stuttgart, 2021.

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